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In 2. Samuel 2,1 lesen wir, dass „David den Herrn befragte…“. Wir sehen in 1. Samuel 23,2-4 und 30,8, dass es Davids ständige Gewohnheit war, in allen Dingen den Willen des Herrn zu suchen. In 2. Samuel 5,17-25 lesen wir von zwei Schlachten gegen die Philister, in denen David den Willen des Herrn suchte. Das zweite Mal befahl ihm der Herr, seine Strategie zu ändern und die Philister von hinten anzugreifen. Der Herr änderte jedes Mal die Strategie. David war ein Kriegsmann, aber er erhielt seine Strategie jedes Mal vom Herrn, und das war der Grund, warum er stets siegte. Als es eine Hungersnot im Land gab, befragte er den Herrn, was der Grund dafür war (2Sam 21,1).
Es gab jedoch einige Angelegenheiten, in denen er nicht den Willen des Herrn suchte. Drei Beispiele dafür sind: (1) Als er sechs Frauen heiratete (2Sam 3); (2) als er Batseba zu sich in seinen Palast rief (2Sam 11), und (3) als er eine Volkszählung in Israel vornahm (2Sam 24). Er zahlte für all diese Fehler einen sehr hohen Preis. Aber jedes Mal, wenn er auf die Führung des Herrn wartete, ging er nie in die Irre. Das ist für uns alle eine Lektion und eine Warnung.
Er war ein Mann nach Gottes Herzen, aber er versagte auch oft. Die Beschreibung seiner Fehler ermutigt uns, weil wir daraus lernen, dass Gott Menschen, die versagt haben, gebrauchen kann. Die Fehler von Gottes Dienern, die in der Bibel beschrieben sind, ermutigen uns viel mehr als die Beschreibung ihrer Erfolge – weil wir alle bei zahllosen Anlässen den Herrn im Stich gelassen haben. Wir alle machen grobe Fehler, wir versagen und machen törichte Dinge, besonders wenn wir jung sind – denn als Jugendliche sind wir voller Eifer, aber wir haben sehr wenig Weisheit. In unserer Jugend tun und reden wir viele Dinge auf eine unweise Art. Aber Gott ist barmherzig. Er hebt Menschen wie uns, die versagt haben, auf und macht uns trotzdem zu Männern und Frauen nach Seinem Herzen.
Die Männer Judas kamen und salbten David zuerst zum König über das Haus Juda. Später wurde er als König über das ganze Haus Israel gesalbt (2Sam 5,3-5). Als er König über Juda wurde war er 30 Jahre alt. Er musste weitere 7 ½ Jahre warten, bis er über ganz Israel regierte. Somit musste er insgesamt mehr als 20 Jahre lang warten, bis Gott Seine Verheißung an ihn erfüllt hatte. Seine Wartezeit war fast genauso lang wie die Abrahams! Aber David wartete geduldig. Wir sind aufgerufen, den Beispielen solcher Männer zu folgen, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen ererbt haben. David riss den Thron nie an sich. Er wartete auf Gott, dass dieser ihm den Thron zu Seiner Zeit gab. Wenn er im Falle von Batseba bloß dieselbe Einstellung, nicht zu grapschen, angewandt hätte, wäre seine Geschichte ganz anders verlaufen.
Wenn du ein Mann nach Gottes Herzen sein möchtest, dann lerne, nicht nach Dingen zu grapschen. Jakob war ein Mann, der Dinge an sich riss, und solange er ein „Grapscher“ war, konnte er nicht zu Israel werden. Kinder werden mit geschlossenen Fäusten in diese Welt hineingeboren. Wenn du deinen Finger in die Hand eines Babys legst, wird es deinen Finger sofort ergreifen. Während das Baby heranwächst, lernt es, nach Spielzeug und anderen Dingen zu grapschen. Das ist menschliche Natur – Dinge an sich zu reißen. Wir verbringen unser ganzes Leben damit, Dinge an uns zu reißen. Wir grapschen nach Position, Ehre, Geld und nach vielen anderen Dingen. Jesus war anders. Er riss niemals etwas an sich. Seine Fäuste waren nicht geschlossen. Seine Handflächen waren gegenüber allen Menschen offen; schließlich öffnete Er Seine Handflächen auch, um auf Golgatha gekreuzigt zu werden. Das ist das Beispiel, dem wir alle folgen sollten. Ergib dich. Gib deine Rechte auf. Gib anderen und Gott wird dir in Fülle zurückgeben. Gott selber wird dir einen Dienst, eine Position und alles andere, was du benötigst, geben – wenn du nur auf Seine Zeit warten kannst. Es ist viel besser, Dinge von Gott zu erhalten, als nach ihnen zu grapschen. Jakob musste nicht das Erstgeburtsrecht an sich reißen, indem er seinen Vater betrog. Er hätte auf Gott warten können, es ihm zu geben – so wie es David tat. Und Gott hätte es ihm gegeben. Jedes Mal, wenn wir etwas an uns reißen, drücken wir unseren Mangel an Glauben an Gott aus.
Nehmen wir an, du würdest von einem jungen Mann oder einer Frau angezogen, die du gerne heiraten möchtest. Du könntest dann folgende Gedanken haben: „Wenn ich sie/ihn mir nicht schnell schnappe, wird jemand anders sie/ihn bekommen.“ Das ist Unglaube. Wenn du auf Gott vertraust, wirst du nicht ungeduldig sein und Dinge an dich reißen. Stattdessen wirst du sagen: „Herr, was Du für mich reserviert hast, werde ich bestimmt bekommen. Niemand kann eine Person heiraten, die Du für mich reserviert hast.“ Dasselbe Prinzip trifft auf jeden Dienst zu, den Gott für dich geplant hat. Niemand sonst kann diesen an sich reißen. Gott wird dich in diesen Dienst führen, wenn du auf Ihn wartest.
Lerne auf Gott zu vertrauen und dich niemals über Menschen zu beklagen. Wenn Gott dich 20 Jahre lang warten lässt, dann warte. Am Ende dieser Zeit wirst du ein viel besserer Leiter sein. Wie wir gesehen haben lernten Saul und Salomo nie, auf irgendetwas zu warten. Sie wurden in bequeme Verhältnisse hineingeboren und lebten ohne Prüfungen und ohne Belastungen. Mir tut jeder Mensch leid, dessen Leben so bequem und leicht ist, dass er keine Prüfungen und Belastungen erlebt. Es ist derjenige, der Ablehnung von Menschen erfahren hat, dem Gott einen Dienst gibt.
Deutsche Übersetzung: Alois Mair
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