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Wort zur Woche
Juni 2012 (4)
Heiligkeit ist das Merkmal der wahren Kirche (Jerusalem) - Zac Poonen
(Holiness is the Characteristic of the True Church - Jerusalem)

Babylon (die falsche Kirche) wird im Buch der Offenbarung elfmal „die Große“ genannt. Jerusalem (die Braut Christi) andererseits wird „die heilige Stadt“ genannt (siehe Offb 12-21).

Wenn wir danach trachten, in den Augen der Welt als eine „Kirche“ groß zu sein, dann driften wir in Richtung Babylon ab. Jesus sagte, dass das, was bei den Menschen hoch geachtet wird, aus Gottes Sicht ein Gräuel ist (Lk 16,15). Wir müssen daher ständig prüfen, ob es irgendetwas in unserer Kirche gibt (sogar wenn es die Musik oder die Predigt sind), das gesagt oder getan wird, um Menschen zu beeindrucken. Zahlen sind in den Augen von Menschen immer beeindruckend. Wenn wir scharf darauf sind, anderen die Wachstumsstatistiken unserer Kirche zu präsentieren, dann ist das ein sicheres Kennzeichen von Babylon. Das heißt nicht, dass Gott nicht daran interessiert ist, die Zahl unserer Mitglieder zu erhöhen. Er ist gewiss daran interessiert – wenn Er feststellt, dass wir eine Herde sind, die Er anderen Seiner Schafe (die ernsthaft sind) empfehlen kann. Aber zahlenmäßiges Wachstum ist nicht unbedingt ein Zeichen von Gottes Segen – denn die ketzerischen Sekten sowie auch die heidnischen Religionen wachsen zahlenmäßig. Sehr oft sind ihre Statistiken beeindruckender als die vieler christlicher Gruppen.

Heiligkeit ist das Merkmal der wahren Kirche (Jerusalem). Daher wird Wachstum in Jerusalem durch Wachstum an Heiligkeit gemessen – was die Liebe füreinander einschließt. Jesus sagte, dass der Weg zum Leben schmal ist und dass nur wenige ihn finden. Menschen, die die enge Pforte als so eng verkünden wie Jesus es tat, werden feststellen, dass sich nur wenige ihrer Kirche anschließen (Mt 7,13-14). Wenn wir andererseits die Pforte breiter machen als Jesus es tat, werden wir leicht zahlenmäßig wachsen. Das ist der Punkt, wo ein Großteil des Christentums vom Weg abgekommen ist. Jesus sprach über die enge Pforte und über den schmalen Weg im Zusammenhang mit der „Bergpredigt“ (Mt 5-7). Der Inhalt dieser Kapitel beschreibt daher, was die enge Pforte und den schmalen Weg ausmacht.

1. Korinther 3,13 macht deutlich, dass es die Qualität unserer Arbeit ist, die vom Herrn am Gerichtstag beurteilt wird – nicht die Quantität. Ein Dienst der Qualität kann nur von dem ausgehen, der sich ständig selber richtet – „der mit dem verzehrenden Feuer und der ewigen Glut“ lebt (Jes 13,14). In diesem Punkt soll sich die Kirche von allen Glaubensgemeinschaften um uns herum unterscheiden. Wenn dieses Unterscheidungsmerkmal verloren geht, werden wir als eine weitere tote Glaubensgemeinschaft enden.

Im alten Bund lag die Betonung immer auf dem Äußerlichen – „wegen des Härte des menschlichen Herzens“ (Mt 19,8). Das Gesetz betonte äußerliche Reinheit. Im Gegensatz dazu betont der neue Bund zuerst Reinheit „im Inneren des Bechers“ (Mt 23,25-26). Jesus sagte in diesem Vers (V. 26), dass, wenn das Innere einmal gereinigt ist, das Äußere automatisch rein wird, sodass es überhaupt keine Notwendigkeit gibt, das Äußere zu reinigen. Man kann diese Wahrheit in Matthäus 5,21-30 deutlich sehen. Wenn jemand sein Herz von Zorn gereinigt hat, wird keine Gefahr mehr bestehen, dass diese Person äußerlich einen Mord begeht. Ebenso, wenn jemand sein Herz von schmutzigen sexuellen Gedanken gereinigt hat, dann wird keine Gefahr mehr bestehen, dass diese Person äußerlich Ehebruch begeht. Reinige das Innere des Bechers, dann wird das Äußere automatisch rein werden.

Dort, wo in einer Kirche die Betonung in erster Linie auf dem Äußerlichen liegt – indem man Kinobesuche, Rauchen, Trinken, Spielen und das Tragen von Schmuck, usw. meidet – wird eine solche Kirche bloß eine Gemeinde des alten Bundes werden! Der Weg, äußerliche Übel loszuwerden besteht nicht darin, sich zuerst auf diese, sondern vielmehr auf die innere, weltliche Geisteshaltung zu konzentrieren, die diese äußerlichen Übel hervorbringt.

Es kann keine innere Reinheit geben, ohne dass man sich selber richtet. Es ist unmöglich, die Kirche zu bauen, wenn diese innere Reinigung nicht ständig gepredigt wird. Die Bibel sagt uns, dass wir uns in der Kirche täglich ermahnen sollten, um nicht vom Betrug der Sünde verstockt zu werden (Hebr 3,13; 10,25). Die meisten christlichen „Kirchen“ haben kein Interesse an solchen Predigten, außer vielleicht gelegentlich. Aber gewiss nicht täglich! Daher bringen sie Pharisäer mit Bechern hervor, die nur äußerlich rein sind. In diesem Punkt muss die Braut Christi anders sein.

Deutsche Übersetzung: Alois Mair

   
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