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Wort zur Woche
Januar 2012 (5)
Wahre christliche Gemeinschaft wertschätzen - Zac Poonen
(Valuing True Christian Fellowship)

Obwohl der Mensch auf vielen Gebieten Fortschritte gemacht hat, stellen menschliche Beziehungen überall auf der Welt weiterhin Probleme dar. Konzerne und Dienststellen geben gewaltige Summen für die Beschäftigung von Personal aus, um Harmonie unter den Angestellten zu fördern.

Nun könnte man denken, dass es verständlich ist, wenn es selbstsüchtige, unbekehrte Menschen schwerfinden, miteinander auszukommen, aber wenn Menschen von neuem geboren und neue Kreaturen in Christus geworden sind, können solche Probleme gewiss nie auftreten – so könnte man meinen. Denn schließlich, wenn Gott bei jemandem das Zentrum des Lebens und Dienstes ist, welchen möglichen Raum kann es dann für die trivialen Probleme geben, die andere belasten?

Doch leider braucht es keinen Beweis für die Tatsache, dass Christen überall auf der Welt miteinander kämpfen und streiten. Viele sprechen nicht einmal mit ihren Glaubensgeschwistern, einige können nicht einmal den Anblick gewisser anderer Christen ausstehen. Der Name Gottes wird in der Welt durch das Verhalten von bekennenden Christen weiterhin in Schande gebracht.

Jesus sagte, dass die Welt Seine Jünger durch ihre intensive Liebe füreinander erkennen würde. Dies wurde – allgemein gesprochen – in den ersten beiden Jahrhunderten der christlichen Epoche buchstäblich erfüllt. Die Welt schaute mit Erstaunen auf die Christen und rief dann aus: „Schaut, wie diese Christen einander lieben!“ Heute ist die Geschichte anders und die Welt sagt oft: „Schaut, wie diese Christen einander hassen!“

Beziehungen sind in der Tat äußerst wichtig. Gaben, Talente, Methoden, Techniken, Programme und Finanzen sind gegenüber Menschen und zwischenmenschlichen Beziehungen allesamt zweitrangig. Die Kirche kann ihre Gottbestimmte Funktion als Licht der Welt nur erfüllen, wenn es unter ihren Mitgliedern echte christliche Gemeinschaft gibt. In gleicher Weise kann ein Einzelner nur dann anderen Menschen Leben vermitteln, wenn er selber gelernt hat, mit seinen Mitchristen nach dem Gesetz der Liebe zu leben.

Die Bibel sagt klar und wiederholt, dass kein Christ Gemeinschaft mit Gott haben kann, wenn er mit anderen Christen keine Gemeinschaft hat. Du kannst nicht mit Gott wandeln, wenn du nicht in Liebe zu deinem Glaubensbruder lebst.

Das Kreuz, an dem Jesus starb, hatte zwei Balken – einen vertikalen und einen horizontalen: Jesus kam nicht nur um Frieden zwischen Mensch und Gott zu bringen (vertikal), sondern auch zwischen Mensch und Mensch (horizontal). Die vertikalen und horizontalen Beziehungen gehen Hand in Hand. Du kannst nicht das Erstere haben, wenn du das Letztere ignorierst.

Johannes, der Apostel der Liebe, hat zu dieser Sache einige sehr starke Worte zu sagen. Einer der Beweise für echte Buße, so sagt er, liegt darin, dass ein Mensch anfängt, seine Mitchristen zu lieben. Wenn ein Mensch diese Liebe nicht hat, ist das ein sicherer Hinweis darauf, dass seine Bekehrung nicht echt und dass er auf dem Weg zum ewigen Tod ist (1Joh 3,14). Richtige Doktrinen waren nicht der einzige Test, den die Apostel anwandten, um sich zu vergewissern, wo ein Mensch in seiner Beziehung zu Gott stand.

An einer späteren Stelle im selben Brief sagt Johannes: Wenn ein Mensch behauptet, dass er Gott liebt, während er seinen Bruder hasst, ist er ein Lügner. Beachte dies! Der richtige Name für einen solchen Menschen ist nicht „Gläubiger“ [Christ], sondern vielmehr „Lügner“! Die Logik des Johannes ist unwiderstehlich. Er sagt, dass ein Bruder sichtbar ist, während Gott unsichtbar ist. Wenn du das Sichtbare nicht lieben kannst, ist es unmöglich, das Unsichtbare zu lieben (1Joh 4,20).

Vergleiche das nun mit der Erfahrung der meisten „Christen“. Liebe zu Gott wird gewöhnlich im Hinblick auf die betriebsame Aktivität im christlichen Dienst oder im Hinblick auf die verzückten Gefühle der Freude, die man in einer Versammlung erlebt, gemessen. Diese können höchst trügerisch sein. Ich habe Christen getroffen, die mit anderen Christen keine Gemeinschaft haben, die trotzdem die Aussage machen, dass sie „wunderbare Gebetszeiten“ und „erstaunliche Resultate im Dienst“ erreicht haben.

Wie könnten sie wohl mit Gott wandeln, wenn sie sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, mit anderen Mitgliedern von Gottes Familie, auf die sie einen Groll haben, eine Angelegenheit zu bereinigen? Sicherlich hat Satan ihren Sinn gegenüber der Wahrheit der Heiligen Schrift verblendet!

Oft erkennen wir nicht, was wir uns selber vorenthalten, wenn Gemeinschaft mit anderen Gläubigen zerbrochen ist. Die Bibel sagt uns, dass wir nur gemeinsam „mit allen Heiligen“ die Breite, Länge, Tiefe und Höhe der Liebe Christi erkennen und mit der ganzen Gottesfülle erfüllt werden können (Eph 3,17-19). Nur wenn wir die Realität der Gemeinschaft mit Gläubigen kennen, mit denen Gott uns zusammengefügt hat, werden wir in der Lage sein, zu einem erfahrungsmäßigen Verständnis der Liebe Christi und der Fülle Gottes zu kommen.

Deutsche Übersetzung: Alois Mair

   
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