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Petrus konnte erst dann ein mitfühlender Apostel werden, als er einen großen Fehler gemacht und in die Sünde, den Herrn dreimal zu verleugnen, gefallen war. Es war für Petrus sicherlich nicht Gottes vollkommener Wille, auf diese Weise zu sündigen. Doch sehen wir, dass Gott dies erlaubte, um in Petrus ein Werk zu tun. Es machte ihn weich und mitfühlend gegenüber denen, die im Leben versagt hatten.
Jesus sündigte kein einziges Mal, und doch war Er gegenüber Sündern unendlich mitfühlend und barmherzig. Aber beim Rest von Adams Nachkommen war das nicht der Fall. Die, die nie in große Sünde gefallen sind, enden gewöhnlich als Menschen, die gegenüber Sündern hart, unbarmherzig und hochmütig sind.
Wenn wir die Umstände betrachten, auf Grund derer Petrus in diese große Sünde fiel, sehen wir, dass Gott leicht hätte verhindern können, dass er überhaupt mit der Versuchung konfrontiert wird, den Herrn zu verleugnen. Doch Gott entschied, ihn nicht vor diesen Momenten der Versuchung zu bewahren.
In Johannes 18,15-18 sehen wir, dass Johannes und Petrus Jesus in den Palast des Hohepriesters folgten. Da Johannes den Hohepriester kannte, ließ ihn die Türhüterin hinein. Aber Petrus konnte nicht hineinkommen. Daher kam Johannes, sprach mit der Türhüterin und erhielt auch für Petrus die Erlaubnis zum Eintritt. Im Augenblick schien das eine gute Sache zu sein. Aber beachte, dass Petrus in dieser Nacht nicht gesündigt haben würde, wenn Johannes Petrus nicht in diesen Palast gebracht hätte – denn erst dort drinnen wurde Petrus befragt und hat den Herrn dreimal verleugnet (siehe Joh 18,17.25.27).
So könnten wir die Frage stellen: „Warum hat Gott das zugelassen? Warum hat Er Petrus nicht daran gehindert, in diesen Palast hineinzugehen?“ War das ein Fehler von Gottes Seite? Nein. Gott erlaubte in Seiner Souveränität, dass Johannes Petrus in den Palast hineinführte, sodass Petrus durch sein Versagen eine Lektion lernen würde. Er hätte nicht der Führer der Apostel und der leitende Evangelist der Frühkirche werden können, ohne diesen Kurs in seiner Ausbildung absolviert zu haben.
Satan hatte seine Agenten in Stellung gebracht, um Petrus zu versuchen, aber er musste Gottes Erlaubnis dazu bekommen. Aber Jesus betete für Petrus, dass sein Glaube in diesem Augenblick des äußersten Versagens nicht aufhören würde (Lk 22,31-32). Jesu Gebet wurde erhört. Petrus kam aus dieser Erfahrung als gebrochener, mitfühlender Mann heraus. Niemals mehr in seinem Leben würde er Sünder mit Härte brandmarken können. Jedes Mal, wenn er versucht wurde, das zu tun, würde er sich an sein eigenes Versagen erinnern und seine Verurteilung abschwächen.
Gott kann machen, dass die schlimmsten Dinge, die je in deinem Leben passiert sind, sich zu deinem Besten auswirken, wenn du Glauben hast. Während der sieben Wochen vor Pfingsten mag Petrus sich oft gewünscht haben, dass Johannes keine Erlaubnis erhalten hätte, ihn in dieser schicksalhaften Nacht in den Palast zu führen, sodass er den Herrn nicht verleugnet hätte. Aber dann wäre er auch nicht gebrochen worden, und er wäre unfähig gewesen, Sündern an diesem Pfingsttag das Evangelium zu verkünden.
Wir wissen, dass Petrus nach wie vor gegen Sünde predigte, denn er schreibt in seinem Brief darüber, in Jesu Fußstapfen zu folgen, der „keine Sünde getan hat“ und er schreibt davon, „mit der Sünde aufzuhören“ (1Pt 2,2.22; 4,1-2). Aber nun predigte er mit Mitgefühl. Das war der Grund, warum ihm das Privileg gegeben wurde, um zu Pfingsten für die Juden und im Haus des Kornelius auch den Heiden die Tür des Evangeliums aufzutun. Gott hätte in beiden Fällen Jakobus oder Johannes gebrauchen können. Aber Er tat es nicht. Er benutzte Petrus – der jämmerlich versagt hatte –, denn er konnte zu abtrünnigen Sündern mit mehr Mitgefühl als diese anderen sprechen.
David war eine andere Person, die Petrus ähnlich war. Nachdem er es unterlassen hatte, aus Faulheit aufs Schlachtfeld zu gehen, rutschte er schlimm aus und fiel in Sünde – eine Sünde, die für den Rest seines Lebens und für Jahrhunderte danach ein schwarzer Fleck auf ihm war (2Sam 11,1-5). Der Heilige Geist berichtet: „…weil David getan hatte, was dem Herrn wohlgefiel, und nicht gewichen ist von allem, was er ihm gebot, sein Leben lang, außer in der Sache mit Uria, dem Hetiter“ (1Kön 15,5).
Doch Gott benutzte Davids Versagen, um ihn zu brechen und ihn dazu zu bringen, Psalm 51 zu schreiben – einen Abschnitt der Heiligen Schrift, der Millionen von Menschen über viele Jahrhunderte mehr als irgendeine andere Schrift Davids gesegnet hat. David hätte diesen Psalm niemals schreiben können, wenn er in eine leichtere Sünde gefallen wäre. Sein Versagen musste groß und tief und öffentlich bekannt sein, damit er tief gedemütigt und gebrochen werden konnte. Er war für den Rest seines Lebens ein gebrochener Mann. Und Jesus selber nannte sich der Sohn Davids!!
Deutsche Übersetzung: Alois Mair
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