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Wir lesen in Esra 1,2, dass Gott König Kyrus bewegte, den Befehl für den Bau des Tempels zu geben. Kyrus sagte: „Der Herr, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben, und er hat mir befohlen, ihm ein Haus zu Jerusalem in Juda zu bauen“ (Esr 1,2). Betrachte die Souveränität Gottes, die einen heidnischen König bewegte, den Bau von Gottes Tempel in Jerusalem zu befehlen!
Kyrus fuhr mit den Worten fort „Wer nun unter euch von seinem Volk ist, mit dem sei sein Gott, und er ziehe hinauf nach Jerusalem in Juda und baue das Haus des Herrn“ (Esr 1,3). Er zwang keinen Israeliten zu gehen. Sie konnten frei entscheiden. So ist es auch heute – wir sind frei, in toten religiösen Systemen zu bleiben oder uns von ihnen abzuwenden und nach „Jerusalem“ zu gehen.
Dann sagte Kyrus: „Und wo auch immer einer übrig geblieben ist, dem sollen sie mit einer freiwilligen Opfergabe für das Haus Gottes unterstützen“ (Esr 1,4).
Um Jerusalem, den Leib Christi, zu bauen, müssen wir als Erstes erkennen, dass Gott der höchste Herrscher über alle Menschen ist. Er konnte zu der Zeit gottlose Regenten bewegen, und Er kann auch heute noch jeden bewegen, Seine Zwecke zu erfüllen. Wenn wir das nicht glauben, dann können wir Jerusalem nicht bauen.
Das Zweite, was wir erkennen müssen ist, dass Gott niemanden zwingt, Babylon zu verlassen. Alle sind eingeladen, es zu verlassen. Aber niemand wird dazu gezwungen. Wir müssen Menschen Entscheidungsfreiheit gewähren, denn Gott liebt nur fröhliche Geber.
Das Dritte, was wir sehen ist, dass die, die nicht persönlich gehen, Gottes Werk immer noch mit „einer freiwilligen Opfergabe“ unterstützen können (Esr 1,4). Wenn wir Jerusalem nicht persönlich bauen können, können wir es immer noch mit freiwilligen Opfergaben bauen.
Warum hat der persische König Kyrus Gottes Volk so sehr unterstützt?
Die Antwort liegt vielleicht hier: Fast 200 Jahre bevor Kyrus geboren wurde, prophezeite der Prophet Jesaja namentlich über ihn: „So spricht der Herr…der zu Kyrus sagt: Mein Hirte! Er soll all meinen Willen vollenden und sagen zu Jerusalem: Werde wieder gebaut!, und zum Tempel: Werde gegründet! So spricht der Herr zu seinem Gesalbten, zu Kyrus, den ich bei seiner rechten Hand ergriff, dass ich Völker vor ihm unterwerfe und Königen das Schwert abgürte, damit vor ihm Türen geöffnet werden und Tore nicht verschlossen bleiben: Ich will vor dir hergehen und das Bergland eben machen, ich will die ehernen Türen zerschlagen und die eisernen Riegel zerbrechen und will dir heimliche Schätze geben und verborgene Kleinode, damit du erkennst, dass ich der Herr bin, der dich beim Namen ruft, der Gott Israels. Um Jakobs, meines Knechts, und um Israels, meines Auserwählten, willen rief ich dich bei deinem Namen und gab dir Ehrennamen, obgleich du mich nicht kanntest. Ich bin der Herr, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir. Ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht kanntest, damit man erfahre in Ost und West, dass außer mir nichts ist. Ich bin der Herr, und sonst keiner mehr“ (Jes 44,28-45,6).
Daniel, der zu dieser Zeit noch am Leben war, muss Kyrus diese Schriftstelle gezeigt haben – und Kyrus muss überwältigt gewesen sein zu erfahren, dass der allmächtige Gott zwei Jahrhunderte früher unter Nennung seines Namens über ihn prophezeit hatte. Dies würde ihn gedemütigt haben und er tat, was Jesaja prophezeit hatte – er befahl dem jüdischen Volk, zurück nach Jerusalem zu gehen und den Tempel wieder aufzubauen.
Gottes Wege sind in der Tat erstaunlich.
Deutsche Übersetzung: Alois Mair
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