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Wort zur Woche
Oktober 2010 (5)
Lass dich nicht von Menschen, sondern nur von Gott ziehen - Zac Poonen
(Don’t let men move you. Let God alone move you)

In 1. Mose 12, 1 sehen wir den Anfang des Baus des wahren Jerusalems. Dieser begann mit Abraham, von dem die Nation Israel abstammte, deren Hauptstadt Jerusalem war. Ohne Abraham hätte es kein Jerusalem gegeben. Wir beobachten bei Abraham etwas völlig anderes als was wir in Babylon sehen. Es heißt: „Und der Herr sprach zu Abraham: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will.“ Abraham bekam nicht eines Tages eine glänzende Idee wie die Menschen in Babel und sagte: „Ich denke, ich habe lange genug in Ur gelebt. Ich will nach Kanaan ziehen und dort etwas tun.“ Nein, sein Auszug war ganz und gar von Gott diktiert. Abraham war 75 Jahre alt. Es ist gut, 75 Jahre lang zu warten, um von Gott zu hören und dann auszuziehen. Mose wartete 40 Jahre lang als ein Hirte und zog dann aus, als Gott zu ihm sprach. Und bedenke, was er erreicht hat! Ich sage nicht, dass wir 75 oder 80 Jahre warten sollten. Alles, was ich sage ist, dass wir warten müssen, bis wir von Gott hören und erst dann auszuziehen. Aber glaubst du, dass der beschäftigte Mensch des 21. Jahrhunderts dafür Zeit hat? Nein.

Ich bin dankbar, dass Gott mir eine Lektion beibrachte, als ich ein junger Mann im Alter von 20 Jahren war: „Lass dich nicht von Menschen ziehen [antreiben], sondern allein von Gott.“ Viele Menschen haben mich gedrängt, verschiedene Dinge zu tun – gute Menschen, einschließlich meiner Mitarbeiter Ich höre auf ihren Rat, aber ich setze mich nicht in Bewegung, bis auch Gott zu mir spricht. Ich warte, bis ich von Gott höre, weil ich weiß, dass ich katastrophal enden werde, wenn ich auf die Meinungen von Menschen höre. Ich sage nicht, dass wir die Meinungen unserer Mitarbeiter nicht in Betracht ziehen sollten. Alles, was ich sage ist, dass die letzte Stimme, die wir hören, von Gott kommen sollte. Gott sprach zu Abraham „Geh“ und er ging. Gott sprach zu Paulus „Geh“ und er ging. Dies sind Menschen, die mit ihrem Leben etwas erreichten. Heute rennen Leute herum, und versuchen das oder jenes für Gott zu tun. Aber sie erreichen nichts, was Ewigkeitswert hat. Statistisch mag das, was sie tun, beeindruckend sein. Aber es ist Babylon, nicht Jerusalem. „Komm, gehen wir. Lasst uns etwas für den Herrn tun. Lasst uns Ziegel und Mörtel machen, lasst uns etwas tun.“ Du kannst Menschen beeindrucken. „Wir wollen uns einen Namen machen.“ Du kannst dir einen großen Namen machen, indem du Babylon baust – wie Nebukadnezar es tat. Das passiert heute in christlichen Werken und das ist die Botschaft von Offenbarung 17 und 18. Aber Abraham wartete auf Gottes Marschbefehl.

Beachte dass Abraham jedes Mal, wenn er ohne Gottes Leitung auszog, in Schwierigkeiten geriet. Ein Beispiel: Wir lesen, dass Gott Abraham auftrug, die Stadt Ur in Chaldäa zu verlassen und dorthin zu gehen, wohin Er ihn leiten würde. Aber in 1. Mose 11,31 lesen wir, dass es Terach (Abrahams Vater) war, der Abraham nahm und mit ihm aus Ur wegzog. Aber was hatte Gott zu Abraham gesagt? „Geh aus von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause.“ Aber hier sehen wir den 75jährigen Abraham, wie er die Hand seines Vaters hält und auszieht! Das ist die Art und Weise, wie Abraham begann!! Diejenigen, die dich daran hindern werden, den Willen Gottes zu tun, werden zu allererst deine Verwandten sein – deine Eltern, deine Brüder, deine Schwestern, dein Ehepartner und deine Kinder. Jesus sagte: „Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein“ (Lk 14,26). Du magst dem Herrn folgen wollen. Aber dein Vater und deine Mutter mögen „Nein“ sagen!

So nahm Terach Abraham und sie zogen bis nach Haran (1Mo 11,31) und ließen sich dort nieder. Das war nicht Gottes Wille. Warum ließen sie sich dort nieder? Das war Terachs Idee. Haran hatte vielleicht ein gutes Weideland für die Herden. Aber es war nicht Gottes Ort. Aber Abraham ließ sich dort mit seinem Papa nieder! Abraham war ein Mann, der Fehler machte – und der erste Fehler, den er machte, war der, auf seinen Vater zu hören, als Gott ihm bereits befohlen hatte, etwas anderes zu tun. Was tat Gott also? Was tat Gott daher? Gott kann mit solchen Situationen leicht fertigwerden. Er ließ Terach sterben! (1Mo 11,32). Dann „zog Abraham aus, wie der Herr zu ihm gesagt hatte“ (1Mo 12,4).

Musst du warten, bis Gott so etwas Dramatisches tut, bevor du weiterziehst? Wenn Gott dich liebt, wird Er etwas so Drastisches tun. Aber wenn Gott sieht, dass du jemand bist, der Kompromisse eingeht, mag er dir erlauben, das ganze Leben lang in Haran zu bleiben und den Willen Gottes völlig zu verfehlen. Lerne, mit Gott zu ziehen. Höre nicht auf Angehörige, die Gott nicht kennen. Lerne durchaus von einem Vater, wenn er ein gottesfürchtiger Mann ist, der Gott kennt – aber nicht von einem Vater, der weltlich ist (ich beziehe mich hier auf geistliche Prinzipien). Schließlich, als Abraham Kanaan erreichte, „erschien ihm der Herr und sagte: ‚Deinen Nachkommen will ich dies Land geben‘“ (1Mo 12,5.7).

Dann prüfte Gott Abraham erneut. Gott stellte Adam auf die Probe und er stellte Abraham auf die Probe, und er wird dich und mich prüfen. Dieses Mal kam die Prüfung durch eine Hungersnot im Land (1Mo 12,10). Was tust du, wenn Gott dir gesagt hat, nach Kanaan zu ziehen und es eine Hungersnot in Kanaan gibt? Du wirst entweder nach dem Zeugnis deiner Sinne leben oder nach dem, was Gott dir durch Seinen Geist gesagt hat. Es gibt einen schönen Vers über Jesus, der besagt, dass „er nicht richten wird nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen wird nach dem, was seine Ohren hören“ (Jes 11,3-4). Aber das ist nicht die Art und Weise, wie der Mensch lebt. Wenn wir von einer Hungersnot in Kanaan hören oder sie sehen, treffen wir sofort eine Entscheidung auf Grund dessen, was unsere Augen und Ohren und unser kluges Gehirn uns sagen. Wir entscheiden, dass Kanaan sicherlich nicht der Ort sein wird, wo wir jetzt sein sollten. Wir müssen weiterziehen. Wir brauchen Gott nicht zu befragen, weil wir nach unseren Sinnen [Gefühlen] leben. Genau das tat Abraham: „Da zog Abraham hinab nach Ägypten“ (1Mo 12,10). Wer sagte ihm, dass er nach Ägypten ziehen sollte? Nicht Gott, sondern seine Sinne!

Kann Gott einen Menschen während einer Hungersnot bewahren? Sicherlich. „Gesegnet ist der Mann, der sich auf den Herrn verlässt. Er wird selbst in einer Zeit der Hungersnot nicht in der Dürre bleiben (Jer 17,5-8). Der Mensch, der sich auf den Herrn verlässt, wird sich nicht auf den Weg machen, bis Gott ihm das sagt. Das war die Botschaft des Herrn an Satan, als Er versucht wurde. Satan sagte Jesus, Er solle die Steine in Brot verwandeln. Es gab dort in der Wüste eine Hungersnot und es gab ringsherum keine Lebensmittelgeschäfte. Aber Jesus erwiderte: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht“ (Mt 4,4).

Aber Abraham hat nicht so gelebt. Er traf die Entscheidung, von Brot allein zu leben. Da es daher Brot in Ägypten gab, zog er dorthin. Das ist die die Art und Weise, wie eine Menge von christlicher Arbeit heute getan wird. Die meisten Christen gehen nicht dorthin, wo ihnen der Herr hinzugehen gebietet. Sie gehen dorthin, wo sie ein gutes Gehalt bekommen und wo es Brot in Fülle gibt. Sie schließen sich Organisationen an, wo es keinen Mangel an Geld gibt. Ägypten kann während einer Zeit der Hungersnot ein angenehmer Ort zum Leben sein. Aber die Frage ist, ob das der Ort ist, wo Gott dich haben möchte.

Ich gab meinen weltlichen Beruf im Jahr 1966 auf, um dem Herrn vollzeitlich zu dienen, und seither habe ich ziemlich viel, was als „christliche Arbeit“ bezeichnet wird, gesehen. Und was ich in den vergangenen 44 Jahren gesehen habe ist Folgendes: Wenn es in Kanaan eine Hungernot gibt, ziehen die meisten christlichen Arbeiter nach Ägypten!! Wenn du nicht hörst, was Gott dir jetzt gerade sagt, dann magst du dasselbe tun, wenn du versucht wirst. Lebe nach den Worten, die aus dem Mund des Herrn kommen, so wie es Jesus tat. Seine Einstellung war stets: „Ja, Brot ist zum Leben notwendig. Aber Gott zu gehorchen ist für das Leben noch notwendiger.“

Deutsche Übersetzung: Alois Mair

   
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