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Eines der Schlüsselwörter im Buch Daniel ist "Vision". Gott
braucht Menschen von Vision. Dieses Wort kommt ungefähr
30 Mal in diesem Buch vor. Ich will ausserdem, dass sie zwei
Sätze sehen, die die Haltung von Daniel gegenüber Gott und
Menschen beschreiben. Der erste Satz ist: "Der HErr gab"
(Daniel 1,2) - bezugnehmend auf Nebukadnezar's
Eroberung von Jerusalem. Daniel sah denn HErrn als den, der
Nebukadnezar den Sieg gab über Jerusalem, um die Juden eine
Lektion zu lehren. Also war Daniels Gesinnung zu Gott eine
des Glaubens in Gottes absolute Souveränität über alle Dinge
auf Erden. Der zweite Satz ist: "Und Daniel nahm sich in
seinem Herzen vor, sich [...] nicht zu verunreinigen" (Daniel 1,8).
Daniels Haltung gegenüber den Menschen war eine von "keine
Kompromisse was auch immer".
Dies sind die zwei Gesinnungen, die auch wir in Zeiten der
Verfolgung haben müssen. Auch wenn ein gottloser König, der
Gott nicht kennt, über ein Land herrscht, lasst uns daran
denken, dass es der HErr ist, der ihm diese Position gegeben
hat. Es ist der Herr, der jemanden eine Wahl oder einen Krieg
gewinnen und ein Land regieren lässt. Nebukadnezar kannte
Gott nicht, aber Gott kontrollierte ihn dennoch. Die Herrscher
unseres Landes mögen Gott auch nicht kennen. Aber wenn Gott
Menschen wie Daniel in unserem Land hat, kann ER Seine Absichten
dort erreichen. Wenn wir versucht oder eingeladen sind, einen
Kompromiss zu schliessen oder wenn wir andere Christen um uns
herum Kompromisse machen sehen, dann müssen wir unerschütterlich
für den HErrn einstehen und uns weigern, uns auch nur
ein bisschen zu beugen. Wir müssen uns weigern, unser Gewissen
mit irgend einer Sünde zu verunreinigen. Wenn wir irgendwo versagt
haben, müssen wir unsere Sünde sofort bekennen und im Blut Christi
reinigen lassen, und uns, wo nötig, bei den betroffenen
Personen entschuldigen und die Dinge richtig stellen. Aber
Aber wir werden um keinen Preis Kompromisse machen. Wir werden
nicht danach trachten, irgendeinem Menschen zu gefallen. Wir
werden nicht versuchen, irgendeinem Nebukadnezar oder einem
seiner Obrigkeiten zu gefallen. Wir werden ihnen untertan sein,
falls sie über unser Land herrschen, aber wir werden unsere
Überzeugungen nicht aufgeben, selbst wenn wir unsere Leben
dafür lassen müssen.
Nachdem Daniel entschieden hatte, sich nicht zu verunreinigen,
kam sein erster Test im Bezug aufs Essen. Die erste Prüfung
für Adam und Eva war ebenfalls im Zusammenhang mit dem Essen.
Und die erste Versuchung, die zu Jesus in der Wüste kam, war
ebenfalls im Bezug aufs Essen. Was wird deine Einstellung zu
schmackhaftem Essen sein, wenn dies Kompromisse von Gottes
Prinzipien mit sich bringt? Esau verlor sein Erstgeburtsrecht
wegen Nahrung. Isaak verlor seine geistliche Sicht wegen seiner
Vorliebe für schmackhaftes Essen, welches Esau ihm bringen konnte.
Aber Daniels Gesinnung war: "Gott hat in Seinem Wort gesagt, dass
man diese Art von Gericht nicht essen darf und also werde ich
es nicht essen". Daniel hatte die Schrift als junger Mann
studiert und er wusste, dass das Gesetz Moses verbot, bestimmtes
Fleisch zu essen und dass das Buch der Sprüche das Trinken
von alkoholischem Wein verbot. Er entschied sich, Gott zu gehorchen,
was auch immer es ihn kosten möge. Am Anfang musste er alleine
stehen, während all die anderen Juden Kompromisse machten. Aber
als Hananja, Misael und Asarja eine jungen Mann für Gott
einstehen sahen, bekamen sie den Mut, sich ihm anzuschliessen
(Daniel 1,11). Wenn Daniel nicht für den HErrn eingestanden wäre,
hätten wir möglicherweise nie von Hananja, Misael und Asarja gehört.
Ich stelle fest, dass es drei Arten von Menschen unter den
Kindern Gottes gibt: Erstens, die solche, die immer Kompromisse
machen, die das Gute für sich suchen und keine Prinzipien haben.
Es gibt Millionen solcher Leute im Christentum heutzutage. Dann gibt
es eine zweite Gruppe wie Hananja, Misael und Asarja, die
nicht den Mut haben, alleine dazustehen, die aber gewillt
sind einzustehen, wenn sie jemand anders sehen, der bereit
ist, für den HErrn einzustehen. Dies ist eine viel kleinere
Anzahl. Dann gibt e seine dritte Gruppe von Menschen wie
Daniel, die für den HErrn einstehen, auch wenn niemand anders
Stellung bezieht. Diese Gruppe ist sehr viel kleiner.
Es mag gerade mal eine Person da und eine weitere Person dort
in dieser Kategorie geben. Diese Unterteilung ist etwas wie
der Vorhof, das Heilige und das Allerheiligste in der Stiftshütte.
Ich glaube, es gibt eine Anzahl von Gläubigen wie Hananja,
Misael und Asarja, die für Gott eintreten wollen, für ein
reines Zeugnis für den HErrn in ihrer Umgebung, die aber
nicht den Mut haben, alleine dazustehen. Sie suchen nach
einem Daniel als ihren Führer. Und wenn ein Daniel in dieses
Dorf oder diese Stadt kommt, dann werden diese Christen
kommen und sich ihm anschliessen. Wenn aber nie ein Daniel
an ihren Ort kommt, werden diese Gläubigen leben und sterben,
ohne je ein Zeugnis für den HErrn zu sein.
Also ist in unserem Land ein grosses Bedürfnis nach Daniels.
Gott sucht nach Daniels, die in ihrem Herzen beschliessen,
sich nicht zu verunreinigen. Und wenn diese Daniels für den
HErrn aufstehen, werden sie automatisch die Hananjas, Misaels
und Asarjas zu sich ziehen. Ich habe dies an vielen Orten gesehen.
Gott schaut sich zuerst nach einem Daniel um. Wenn ER keinen
Daniel finden kann, wird nichts passieren. Gott sucht nach Menschen,
die nicht ihr Eigenes suchen, die nicht interessiert sind
in etwas für sich selbst und die bereit sind, wenn nötig ihre
Leben für IHN zu verlieren. Daniel war bloss 17 Jahre alt.
Sogar heute kann Gott einen 17-jährigen Jüngling
auserwählen und ihn zum Propheten machen und ihn ermächtigen, für
IHN einzustehen. Die anderen drei Männer mögen älter gewesen
sein als Daniel. Aber sie fügten sich ihm, weil sie ihn als
einen von Gott ernannten Führer anerkannten.
Daniel hatte auch Glauben. Er sagte dem Aufseher des Königs:
"Versuch es doch zehn Tage lang, uns nur Gemüse und Wasser zu geben.
Danach vergleichst du unser Aussehen mit dem der andern jungen Leute,
die ihr Essen von der Tafel des Königs bekommen. Und dann entscheidest
du, was weiter geschehen soll." Gott sucht nach Gläubigen, die ihren
Glauben mutig bekennen, und ihr Licht nicht unter einem Bett verborgen
halten. Am Ende der zehn Tage, wie Daniel gesagt hatte, sahen sie alle
gesünder und stärker aus als die anderen (Daniel 1,11-15). Diese
Selbstverleugnung in einer einfachen Angelegenheit wie dem Essen
bereitete sie auf die kommenden, grösseren Prüfungen des glühenden
Ofens und die Löwengrube vor.
Hier sehen wir, wie Gott ihnen übernatürliche Gesundheit für
ihren Körper gab. Später lesen wir, wie Gott ihnen übernatürliche
Intelligenz für ihren Verstand gab. ER gab diesen vier jungen
Männern eine ungewöhnliche Begabung, um Literatur und Wissenschaft
zu lernen. Auch gab Gott Daniel übernatürliches Verständnis in seinem
Geist, die Bedeutung von Visionen und Träumen zu verstehen.
Also sehen wir Gott, wie er sie übernatürlich befähigt in Körper,
Geist und Seele. Auch wir müssen lernen, Gott zu vertrauen, dass ER
uns Gesundheit für unseren Körper, Intelligenz für unseren Verstand
und geistige Vision gibt und Verständnis Seiner Wege durch den
Heiligen Geist.
Deutsche Übersetzung: Vreni Altwegg
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