Englisch
Wort zur Woche
24. November 2006
'Daniel - Ein Mann von Vision' - Zac Poonen

Eines der Schlüsselwörter im Buch Daniel ist "Vision". Gott braucht Menschen von Vision. Dieses Wort kommt ungefähr 30 Mal in diesem Buch vor. Ich will ausserdem, dass sie zwei Sätze sehen, die die Haltung von Daniel gegenüber Gott und Menschen beschreiben. Der erste Satz ist: "Der HErr gab" (Daniel 1,2) - bezugnehmend auf Nebukadnezar's Eroberung von Jerusalem. Daniel sah denn HErrn als den, der Nebukadnezar den Sieg gab über Jerusalem, um die Juden eine Lektion zu lehren. Also war Daniels Gesinnung zu Gott eine des Glaubens in Gottes absolute Souveränität über alle Dinge auf Erden. Der zweite Satz ist: "Und Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, sich [...] nicht zu verunreinigen" (Daniel 1,8). Daniels Haltung gegenüber den Menschen war eine von "keine Kompromisse was auch immer".

Dies sind die zwei Gesinnungen, die auch wir in Zeiten der Verfolgung haben müssen. Auch wenn ein gottloser König, der Gott nicht kennt, über ein Land herrscht, lasst uns daran denken, dass es der HErr ist, der ihm diese Position gegeben hat. Es ist der Herr, der jemanden eine Wahl oder einen Krieg gewinnen und ein Land regieren lässt. Nebukadnezar kannte Gott nicht, aber Gott kontrollierte ihn dennoch. Die Herrscher unseres Landes mögen Gott auch nicht kennen. Aber wenn Gott Menschen wie Daniel in unserem Land hat, kann ER Seine Absichten dort erreichen. Wenn wir versucht oder eingeladen sind, einen Kompromiss zu schliessen oder wenn wir andere Christen um uns herum Kompromisse machen sehen, dann müssen wir unerschütterlich für den HErrn einstehen und uns weigern, uns auch nur ein bisschen zu beugen. Wir müssen uns weigern, unser Gewissen mit irgend einer Sünde zu verunreinigen. Wenn wir irgendwo versagt haben, müssen wir unsere Sünde sofort bekennen und im Blut Christi reinigen lassen, und uns, wo nötig, bei den betroffenen Personen entschuldigen und die Dinge richtig stellen. Aber Aber wir werden um keinen Preis Kompromisse machen. Wir werden nicht danach trachten, irgendeinem Menschen zu gefallen. Wir werden nicht versuchen, irgendeinem Nebukadnezar oder einem seiner Obrigkeiten zu gefallen. Wir werden ihnen untertan sein, falls sie über unser Land herrschen, aber wir werden unsere Überzeugungen nicht aufgeben, selbst wenn wir unsere Leben dafür lassen müssen.

Nachdem Daniel entschieden hatte, sich nicht zu verunreinigen, kam sein erster Test im Bezug aufs Essen. Die erste Prüfung für Adam und Eva war ebenfalls im Zusammenhang mit dem Essen. Und die erste Versuchung, die zu Jesus in der Wüste kam, war ebenfalls im Bezug aufs Essen. Was wird deine Einstellung zu schmackhaftem Essen sein, wenn dies Kompromisse von Gottes Prinzipien mit sich bringt? Esau verlor sein Erstgeburtsrecht wegen Nahrung. Isaak verlor seine geistliche Sicht wegen seiner Vorliebe für schmackhaftes Essen, welches Esau ihm bringen konnte. Aber Daniels Gesinnung war: "Gott hat in Seinem Wort gesagt, dass man diese Art von Gericht nicht essen darf und also werde ich es nicht essen". Daniel hatte die Schrift als junger Mann studiert und er wusste, dass das Gesetz Moses verbot, bestimmtes Fleisch zu essen und dass das Buch der Sprüche das Trinken von alkoholischem Wein verbot. Er entschied sich, Gott zu gehorchen, was auch immer es ihn kosten möge. Am Anfang musste er alleine stehen, während all die anderen Juden Kompromisse machten. Aber als Hananja, Misael und Asarja eine jungen Mann für Gott einstehen sahen, bekamen sie den Mut, sich ihm anzuschliessen (Daniel 1,11). Wenn Daniel nicht für den HErrn eingestanden wäre, hätten wir möglicherweise nie von Hananja, Misael und Asarja gehört.

Ich stelle fest, dass es drei Arten von Menschen unter den Kindern Gottes gibt: Erstens, die solche, die immer Kompromisse machen, die das Gute für sich suchen und keine Prinzipien haben. Es gibt Millionen solcher Leute im Christentum heutzutage. Dann gibt es eine zweite Gruppe wie Hananja, Misael und Asarja, die nicht den Mut haben, alleine dazustehen, die aber gewillt sind einzustehen, wenn sie jemand anders sehen, der bereit ist, für den HErrn einzustehen. Dies ist eine viel kleinere Anzahl. Dann gibt e seine dritte Gruppe von Menschen wie Daniel, die für den HErrn einstehen, auch wenn niemand anders Stellung bezieht. Diese Gruppe ist sehr viel kleiner. Es mag gerade mal eine Person da und eine weitere Person dort in dieser Kategorie geben. Diese Unterteilung ist etwas wie der Vorhof, das Heilige und das Allerheiligste in der Stiftshütte.

Ich glaube, es gibt eine Anzahl von Gläubigen wie Hananja, Misael und Asarja, die für Gott eintreten wollen, für ein reines Zeugnis für den HErrn in ihrer Umgebung, die aber nicht den Mut haben, alleine dazustehen. Sie suchen nach einem Daniel als ihren Führer. Und wenn ein Daniel in dieses Dorf oder diese Stadt kommt, dann werden diese Christen kommen und sich ihm anschliessen. Wenn aber nie ein Daniel an ihren Ort kommt, werden diese Gläubigen leben und sterben, ohne je ein Zeugnis für den HErrn zu sein.

Also ist in unserem Land ein grosses Bedürfnis nach Daniels. Gott sucht nach Daniels, die in ihrem Herzen beschliessen, sich nicht zu verunreinigen. Und wenn diese Daniels für den HErrn aufstehen, werden sie automatisch die Hananjas, Misaels und Asarjas zu sich ziehen. Ich habe dies an vielen Orten gesehen. Gott schaut sich zuerst nach einem Daniel um. Wenn ER keinen Daniel finden kann, wird nichts passieren. Gott sucht nach Menschen, die nicht ihr Eigenes suchen, die nicht interessiert sind in etwas für sich selbst und die bereit sind, wenn nötig ihre Leben für IHN zu verlieren. Daniel war bloss 17 Jahre alt. Sogar heute kann Gott einen 17-jährigen Jüngling auserwählen und ihn zum Propheten machen und ihn ermächtigen, für IHN einzustehen. Die anderen drei Männer mögen älter gewesen sein als Daniel. Aber sie fügten sich ihm, weil sie ihn als einen von Gott ernannten Führer anerkannten.

Daniel hatte auch Glauben. Er sagte dem Aufseher des Königs: "Versuch es doch zehn Tage lang, uns nur Gemüse und Wasser zu geben. Danach vergleichst du unser Aussehen mit dem der andern jungen Leute, die ihr Essen von der Tafel des Königs bekommen. Und dann entscheidest du, was weiter geschehen soll." Gott sucht nach Gläubigen, die ihren Glauben mutig bekennen, und ihr Licht nicht unter einem Bett verborgen halten. Am Ende der zehn Tage, wie Daniel gesagt hatte, sahen sie alle gesünder und stärker aus als die anderen (Daniel 1,11-15). Diese Selbstverleugnung in einer einfachen Angelegenheit wie dem Essen bereitete sie auf die kommenden, grösseren Prüfungen des glühenden Ofens und die Löwengrube vor.

Hier sehen wir, wie Gott ihnen übernatürliche Gesundheit für ihren Körper gab. Später lesen wir, wie Gott ihnen übernatürliche Intelligenz für ihren Verstand gab. ER gab diesen vier jungen Männern eine ungewöhnliche Begabung, um Literatur und Wissenschaft zu lernen. Auch gab Gott Daniel übernatürliches Verständnis in seinem Geist, die Bedeutung von Visionen und Träumen zu verstehen. Also sehen wir Gott, wie er sie übernatürlich befähigt in Körper, Geist und Seele. Auch wir müssen lernen, Gott zu vertrauen, dass ER uns Gesundheit für unseren Körper, Intelligenz für unseren Verstand und geistige Vision gibt und Verständnis Seiner Wege durch den Heiligen Geist.

Deutsche Übersetzung: Vreni Altwegg

   
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